Lauterbach warnt vor Präsenzunterricht als „Superspreadingevent“

0
40
Foto: Jugendliche Leser (über dts Nachrichtenagentur)
article inline
 
 
 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat angesichts steigender Infektionszahlen einen Unterrichtsstopp für einzelne Schulfächer und einen nach Uhrzeiten gestaffelten Beginn des Unterrichts gefordert. „Präsenzunterricht kann zum Superspreadingevent im Herbst und Winter werden“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“. Um das Infektionsgeschehen einzudämmen, sollte an allen Schulen der Unterricht für einen Teil der Schüler morgens und für die anderen am Mittag beginnen, schlug Lauterbach vor.

„Dafür braucht es einen entschlackten Lehrplan für das laufende Schuljahr, in dem manche Fächer ausnahmsweise nicht unterrichtet werden müssen – oder nur noch virtuell.“ So würden überfüllte Klassenräume und Stoßzeiten an den Schulen verhindert und das Risiko für Ansteckungen etwa in Bussen und Bahnen verringert. „Die Schulen folgen wegen fehlender Konzepte der Kultusministerien dem Motto: `Maske auf und durch`“, sagte Lauterbach weiter.

„So gefährden die zuständigen Behörden unter Umständen die Gesundheit der Schüler, Lehrer und Eltern und riskieren immer weiter steigende Infektionszahlen, weil Schüler das Virus genauso wie Erwachsene weitergeben können“, so der Epidemiologe. Lauterbach dämpfte Erwartungen, wonach junge Menschen zur selben Zeit wie Erwachsene geimpft werden könnten. „Es ist nicht zu erwarten, dass wir im kommenden Jahr Kinder und Jugendliche impfen können“, sagte er.

Sie seien nicht Teil laufender Studien, „weswegen ein möglicher Impfstoff für junge Menschen nicht zugelassen werden kann“, sagte der SPD-Politiker. Das erhöhe den Druck auf die Schulen, ihre Unterrichtspraxis radikal umzustellen. „Mit Corona müssen die Schulen das ganze Schuljahr 2020/2021 kämpfen“, prognostizierte Lauterbach.