Missbrauchsbeauftragter fordert Schutzkonzept an Schulen

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Foto: Kinder spielen auf einem Schulhof (über dts Nachrichtenagentur)
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Missbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, fordert von jedem Bundesland ein schulisches Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt und ressortübergreifende Masterpläne der Ministerien. „Jeder Bildungssenator, jede Bildungssenatorin weiß, dass ein schulisches Schutzkonzept ein zentraler Baustein dafür ist, dass man unter den Mädchen und Jungen Opfer von Missbrauch erkennt“, sagte Rörig dem „Tagesspiegel“. Mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern seien in keinem Bundesland Schulen verpflichtet, jeweils ein eigenes Schutzkonzept gegen sexuelle Gewalt zu entwickeln.

Zudem forderte der Jurist eine bessere Koordination: „Die Länder halten mit ihren Zuständigkeiten für Polizei, Justiz, Bildung, Soziales und Gesundheit sowie die universitäre Forschung den Schlüssel für den Erfolg bei der Bekämpfung von sexueller Gewalt in ihren Händen.“ Vor dem Hintergrund der Missbrauchskomplexe in Münster und Bergisch Gladbach hält er es auch für dringend erforderlich, dass alle Innenminister die personelle und technische Ausstattung ihrer Ermittlungsbehörden beim Thema Missbrauch überprüfen: „Niemand sollte glauben, dass die in Nordrhein-Westfalen zuletzt aufgedeckten Fälle ein Landesproblem sind“, sagte Rörig der Zeitung. „Nur zu schauen, wie sich ihr Kollege Reul abrackert, das darf nicht sein.“

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte 2019 nach den hundertfachen Missbrauchsfällen auf einem Campingplatz in Lügde den Kampf gegen Missbrauch zur Chefsache gemacht und die Polizei personell und finanziell massiv aufgestockt.