Bundeselternvertretung der Kitas kritisiert Leopoldina-Vorschlag

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Foto: Kita (über dts Nachrichtenagentur)
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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundeselternvertretung der Kindertagesstätten hat den Vorschlag der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina scharf kritisiert, jüngere Kinder wegen der Corona-Pandemie bis zu den Sommerferien nicht in die Kitas zu schicken. „Das geht an der Lebenswirklichkeit von Millionen Menschen vorbei“, sagte Ulrike Grosse-Röthig, Bundessprecherin der Elternvertretung, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben). Niemand erwarte „von heute auf morgen“ eine vollständige Öffnung der Kitas.

Doch 3,7 Millionen Kinder, die zu Hause bleiben, bedeuteten auch 3,7 Millionen Elternteile, die ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten. „Dieses Problem mit einem Satz abzubügeln ohne wenigstens zu überlegen, welche Möglichkeiten einer teilweisen Öffnung es gäbe, ist nicht akzeptabel“, so die Bundessprecherin der Elternvertretung weiter. Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hatte am Montag in einer Stellungnahme erklärt, dass die Betreuung von fünf- und sechsjährigen Kindern in Kleingruppen wiederaufgenommen werden sollte.

Jüngere Kinder sollten aber bis zu den Sommerferien zu Hause bleiben. „Offensichtlich ist bei der Leopoldina auch noch nicht angekommen, dass es sich bei Kitas um Bildungsreinrichtungen handelt, und dass man Kindern hier Bildung vorenthält“, sagte Grosse-Röthig. Ideal wäre aus Sicht der Elternvertreter eine Rückkehr in den normalen Betrieb, „am besten mit viel zusätzlichem Personal um kleinere Gruppen bilden zu können und so Abstand zu halten“.

Man werde sicherlich auch darüber nachdenken müssen mehr Aktivitäten draußen zu unternehmen. Eine Regelung, bei der nach individuellem Bedarf der Familien entschieden wird, welche Kinder in die Kita zurückkehren können, sei gegenüber der kompletten Schließung „nur das kleinere Übel“, sagte Grosse-Röthig den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.