Familienministerin: Entwurf für Jugendmedienschutz bis Jahresende

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Foto: Smartphone-Nutzerin (über dts Nachrichtenagentur)

 
 
 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Kinder und Jugendliche sollen in Zukunft besser vor Mobbing und der Verbreitung strafbarer Inhalte in Internetforen und Klassenchats geschützt werden. „Noch in diesem Jahr werde ich den Entwurf für das neue Jugendmedienschutzgesetz auf den Weg bringen“, sagte Bundesfamilienministerin Fransziska Giffey (SPD) der „Welt am Sonntag“. „Hate Speech, Cybermobbing, Sexting und sogar Kinderpornografie im Klassenchat – das ist ein Albtraum für Kinder und Jugendliche, Eltern, aber auch für Lehrerinnen und Lehrer. Wir dürfen Familien und Schulen damit nicht alleinlassen.“ Messenger-Dienste seien durch den Jugendmedienschutz bisher schwer zu fassen. Das wolle sie mit dem neuen Gesetz ändern.

Alle großen interaktiven Internetdienste, die von Kindern und Jugendlichen wesentlich genutzt werden, sollen laut Giffey künftig ihre Angebote so gestalten, dass Minderjährige „viel stärker als bisher geschützt sind“ – etwa durch sichere Voreinstellungen und gut funktionierende Melde- und Beschwerdesysteme. Giffey sagte weiter: „Wir brauchen darüber hinaus ein zuverlässiges Monitoring von Online-Risiken und mehr Medienkompetenz in der Familie und an Schulen.“ Von einer „schleichenden Tendenz zu einer Verrohung der Gesellschaft“, spricht Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) in der „Welt am Sonntag“.

Der Umgang mit den digitalen Medien müsse an Schulen gelehrt werden. „Man kann dies Medienbildung nennen. Ich glaube, wir wären aber gut beraten, die Vermittlung unserer grundlegenden Werte, zu denen auch der Respekt vor den Angehörigen anderer Religionen gehört, als Basisbildung zu begreifen.“

Die Schaffung einer „Bundeszentrale für digitale und Medienbildung“ forderte die medien- und bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Margit Stumpp. Diese könne sich um die Unterstützung medienpädagogischer Projekte kümmern, bestehende Ideen und Erfahrungen vernetzen und die Evaluation und Begleitforschung von Projekten koordinieren, sagte Stumpp der Zeitung. „Es braucht endlich einen zeitgemäßen Kinder- und Jugendmedienschutz und eine Präventionsstrategie, um die digitale Welt für Kinder und Jugendliche sicher zu gestalten.“ Neben einem effektiven Schutz vor gefährdenden Inhalten müssten Kinder und Jugendliche befähigt werden, sich kritisch und kompetent im Digitalen zu bewegen.