Studie: Väter nehmen seltener Elterngeld in Anspruch als Mütter

0
1025

 
 
 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Anteil der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, ist seit der Einführung zwar gestiegen, aber immer noch deutlich niedriger als unter Müttern. Das ergab eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), über welche die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben) berichten. Im Jahr 2016 bezogen demnach 37 Prozent der Väter Elterngeld.

Bei Müttern habe der Anteil dagegen bei mehr als 90 Prozent gelegen. Trotzdem habe sich der Anteil der Väter, die die Leistung nutzen, seit 2007 mehr als verdoppelt – damals waren es noch 15 Prozent, heißt es in der DIW-Studie. Auch in der Dauer der Nutzung unterscheiden sich Mütter und Väter stark: 2018 hätten 72 Prozent der Väter maximal zwei Monate in Anspruch genommen, während rund sieben von zehn Müttern drei bis 12 Monate zugunsten der Kinderbetreuung im Job ausgesetzt hätten.

Diese sogenannte „12+2“-Verteilung, bei der die Mutter ein Jahr zu Hause bleibt und der Vater nur die zwei Partnermonate in Anspruch nimmt, habe sich von Anfang etabliert, sagte Studienautorin Katharina Wrohlich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „An diesem Muster hat sich wenig geändert“, so die Studienautorin weiter. Wichtigster Grund der Väter, nicht länger mit Elterngeld auszusetzen, ist dabei laut DIW die Sorge vor finanziellen Einbußen: 51 Prozent der befragten Väter, die kein Elterngeld bezogen haben, hätten finanzielle Aspekte als Grund angegeben.

Unter den Befragten aus Ostdeutschland habe dieser Anteil sogar bei 59 Prozent gelegen, heißt es in der DIW-Studie weiter. Häufig genannt wurde aber auch die Sorge vor einem Karriereknick: jeder fünfte Vater ohne Elterngeld habe die Sorge vor negativen beruflichen Konsequenzen als Grund genannt, nicht auszusetzen. Ob eine Erziehungspause bei Vätern zu Nachteilen im Beruf führe, sei dabei gar nicht ausreichend erforscht, sagte Wrohlich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Das DIW bezieht sich in seiner Auswertung auf Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sowie des Beziehungs- und Familienpanels „pairfam“, für das jährlich über 12.000 bundesweit zufällig ausgewählte Personen dreier Geburtskohorten und deren Familienangehörige befragt werden.