Studie: Beruflicher Ehrgeiz junger Frauen wächst

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Foto: Geschäftsfrauen mit Smartphone (über dts Nachrichtenagentur)

 
 
 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Überdurchschnittlich qualifizierte junge Frauen schrauben ihre beruflichen Ziele hoch. Das zeigt eine Studie über „Familienunternehmen als Arbeitgeber“, über welche die „Welt am Sonntag“ berichtet. Im vergangenen Jahr kletterte danach der Anteil weiblicher Berufsanfänger mit dem Karriereziel „mittleres Management oder Top-Management“ auf 49 Prozent und damit über den entsprechenden Anteil bei den jungen Männern (42 Prozent).

Im Vorjahr war das Verhältnis noch etwa umgekehrt. In früheren Jahren hatten sich Frauen eher auf der Ebene als Projektleiterin verortet. Einen Job ganz oben, im Vorstand, trauen sich aber immer noch mehr junge Männer (sieben Prozent) als Frauen (zwei Prozent) zu.

Die Studienreihe wird seit zehn Jahren durchgeführt. Berufsanfängerinnen hätten mehr Selbstbewusstsein im Job entwickelt als früher, sagte Stefan Heidbreder, Chef der Stiftung Familienunternehmen, in deren Auftrag die Technische Universität München die Studienreihe erstellt. Allerdings bestehe Nachholbedarf bei der Betreuung von Kindern.

„Wo Kindertagesstätten um zwölf Uhr schließen, werden Familien mit zwei Berufstätigen vor enorme Probleme gestellt“, so Heidbreder der „Welt am Sonntag“. In der Rangliste der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Arbeitgebers wird der Punkt „Unterstützung der Work-Life-Balance“ laut Studie immer wichtiger. Die Umfrage wird seit 2008 jeweils im Rahmen des „Karrieretags Familienunternehmen“ durchgeführt, der ein- bis zweimal jährlich an wechselnden Orten in Deutschland stattfindet.

Insgesamt wurden bisher 3.252 Personen befragt. Die Studie sei nicht repräsentativ für die Gesamtheit aller Arbeitssuchenden, da sie auf überdurchschnittlich qualifizierte Berufsanfänger abziele, heißt es dort: „Neben sehr guten Abschlussnoten können über 90 Prozent der Teilnehmer studienbezogene Praktika vorweisen sowie mehr als 60 Prozent einen Auslandsaufenthalt.“