Studie: Bis 2030 fehlen in Deutschland fast 200.000 Erzieher

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Foto: Kita (über dts Nachrichtenagentur)

 
 
 

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Nach einer aktuellen Prognos-Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums fehlen bis zum Jahr 2025 in deutschen Kitas 191.000 Fachkräfte, bis zum Jahr 2030 sind es 199.000. Das berichten die Funke-Zeitungen. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sagte den Funke-Zeitungen (Montagsausgaben): „Wenn wir die Qualität in den Kitas nachhaltig verbessern und den steigenden Bedarf an Betreuungsplätzen sicherstellen wollen, dann brauchen wir dringend auch mehr gut qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher.“ Die Studie analysiert verschiedene Szenarien, wie sich die drohende Fachkräftelücke schließen lassen könnte.

Die Forscher sehen unter anderem großes Potenzial bei Männern: Aktuell liegt der Anteil der Männer beim Kita-Personal bundesweit bei nur knapp sechs Prozent. An diesem Dienstag will Giffey in Berlin weitere Details zu ihrer Fachkräfteoffensive vorstellen. Die Bundesfamilienministerin will den Ländern im Rahmen ihrer Offensive für Kitas rund 300 Millionen Euro bereit stellen.

Das Geld soll unter anderem dazu verwendet werden, die Erzieherausbildung in Zukunft zu vergüten. Derzeit werden die ersten Ausbildungsjahre im Erzieherberuf nicht bezahlt. „Ab dem neuen Ausbildungsjahr im Sommer 2019 werden wir bis 2022 rund 300 Millionen Euro als Impuls für die Länder zur Verfügung stellen“, sagte die SPD-Politikerin.

Ziel der Fachkräfteoffensive ist es, mehr junge Leute für den Erzieherberuf zu gewinnen. „Es gibt Interesse an diesem Beruf, aber für zu viele ist er nicht attraktiv genug“, so Giffey. „Solange wir keine bessere Bezahlung und Anerkennung erreichen, dürfte sich daran auch nichts ändern.“

Giffey kann mit ihrem Vorstoß für eine Ausbildungsvergütung auf breiten Rückhalt bauen: Acht von zehn Deutschen finden es laut einer neuen Allensbach-Umfrage im Auftrag des Bundesfamilienministeriums falsch, dass angehende Erzieher in den ersten Ausbildungsjahren leer ausgehen, so die Funke-Zeitungen.