Flott zu Fuß mit dem Lauflernwagen

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Foto: Privat

Der Begriff Lauflernwagen vermittelt den Eindruck, dass Kinder mit diesen Hilfen das Laufen erlernen. Ganz richtig ist das jedoch nicht. Laufen lernen Kinder von alleine, und zwar in ihrem eigenen Tempo. Ein Lauflernwagen kann ab einem gewissen Lernstand unterstützen und den Spaß an der Fortbewegung fördern. Weniger bekannt, jedoch weitaus treffender, ist der Begriff Schiebewagen.

Ab wann ist ein Lauflernwagen sinnvoll?

Eine pauschale Antwort ist hier schwierig. Manche Kinder machen schon sehr früh ihre ersten Schritte, andere erst Monate später. Generell kann man jedoch sagen, dass ein Lauflernwagen dann Sinn macht, wenn die kleinen Erkunder beginnen, sich an Möbeln hochzuziehen und Kisten, Stühle oder andere greifbare Dinge vor sich her schieben. Ein wenig Kraft in den Beinchen ist also die Voraussetzung, um eine Lauflernhilfe richtig einzusetzen.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl

Auf der Suche nach einem Lauflernwagen ist die Auswahl riesig. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Stabilität. Denn kippt der Wagen zu schnell um, ist der Frust groß. Im schlimmsten Fall ist die Sicherheit des Kindes gefährdet. Ein guter Lauflernwagen hat einen durchdachten Schwerpunkt, ein relativ hohes Eigengewicht und eine daraus resultierende, gute Stabilität. Er kippt nicht gleich um, wenn die Hochziehversuche nicht sofort gelingen oder die ersten Schritte noch sehr unbeholfen sind.

Vor allem bei den ersten Versuchen macht sich ein Lauflernwagen mit Bremssystem bezahlt. Häufig lassen sich die Bremsen stufenlos verstellen und auf die Fähigkeiten des Kindes anpassen. Ohne Bremse sollten kleine Flitzer nur unterwegs sein, wenn sie schon recht sicher laufen können.

Für die Zwerge eher unwichtig, für die Ohren der Eltern jedoch ein Kriterium ist die Lautstärke der Räder. Denn zwischen „Flüsterreifen“ und Dauer-Quietschen liegen im täglichen Gebrauch die Nerven der Mithörer. Ebenso sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Wagen sich von den Kindern manövrieren lassen. Spätestens, wenn Mama oder Papa jedes Mal helfen müssen, sobald das Kind gegen die nächste Wand gefahren ist, wünschen sich beide ein leichter zu lenkendes Modell. Last but not least verlängert ein Lauflernwagen mit höhenverstellbarem Griff die Nutzungsdauer.

Lauflernwagen mit Zusatzfunktion

Viele Lauflernwagen sind nicht nur eine reine Gehhilfe, sondern erfüllen noch einen weiteren Zweck oder stechen durch ihr Design heraus. Bei Mädchen besonders beliebt sind Lauflernwagen, die zugleich als Puppenwagen dienen. So können die Puppenmamas ihren eigenen Müttern nacheifern. Bei Jungs stehen Rennautos hoch im Kurs. Häufig werden gar ganze Motorik-Stationen angeboten. Geräusche, Musik und bewegliche Elemente sollen die Fähigkeiten der Kinder fördern. Andere Modelle sind eher schlicht gehalten, haben aber eine kleine Fläche, die von den Kindern als Transportraum genutzt werden kann.

Holz oder Plastik?

Diese Frage stellt sich bei vielen Kinderspielsachen und muss individuelle entschieden werden. Plastik ist in der Regel leichter zu reinigen. In den Punkten Nachhaltigkeit, Haptik und Robustheit hat Holz die Nase vorne. Vor allem bei komplexen Lernphasen wie dem Laufen ist schlichtes Holz durchaus vorteilhaft. Buntes Blinken und Dauerbeschallung lenken Kinder zu sehr ab. Jako-O hatte eine Reihe an aus Holz hergestellten Lauflernwagen im Sortiment. Diese sind zum Teil recht verspielt, was für Kinder ja nicht schlecht ist, und sind sehr robust, damit für die nötige Sicherheit gesorgt wird.

Kein Freifahrtschein – Aufsicht muss sein!

So sicher der Lauflernwagen auch ausgestattet ist, es ist unerlässlich, kleine Laufanfänger mit den Geräten im Auge zu behalten. Vor allem an Treppen, Stufen und Gewässern droht Gefahr. Darüber hinaus laufen Kinder mit der Hilfe schneller, als sie es eigentlich könnten. Kein Wunder, dass sie in der Eile ein Hindernis übersehen oder die Kurve recht überraschend kommt.