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Warum Magnesium für Schwangere so wichtig ist

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Schon bei der ersten Untersuchung in der Schwangerschaft raten viele Frauenärzte werdenden Müttern dazu, Magnesium einzunehmen. Hier erklären wir dir, warum – und wie auch dein Baby davon profitiert.

Dass eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wichtig ist, weißt du natürlich. Und auch, dass dein Körper jetzt eine Extra-Portion Vitamine gut gebrauchen kann. „Aber warum rät der Arzt mir dazu, während der Schwangerschaft Magnesium einzunehmen?“, fragst du dich vielleicht. Tatsächlich erfüllt der Mineralstoff im menschlichen Körper viele lebenswichtige Aufgaben. Er ist zum Beispiel maßgeblich am Aufbau von Zähnen und Knochen beteiligt, weitet Blutgefäße, entspannt die Muskulatur und optimiert die Sauerstoffversorgung der Zellen. Das Besondere an Magnesium: Es wird nicht vom menschlichen Körper produziert, sondern muss über die Ernährung aufgenommen werden.

Während einer Schwangerschaft arbeitet der Körper der Frau auf Hochtouren. Und: Er muss zusätzlich das Baby versorgen. Dadurch steigt natürlich der Bedarf an Magnesium. Durch eine ausgewogene und magnesiumreiche Ernährung können Schwangere einer Mangelversorgung vorbeugen. Manchmal reicht das aber nicht aus und der Frauenarzt rät dazu, den Mineralstoff zusätzlich in Form von Tabletten oder Pulver einzunehmen. Hier erfährst du, woran du einen Magnesiummangel in der Schwangerschaft erkennst, was du tun kannst, um dem vorzubeugen und was es bei der Einnahme von Magnesium zu beachten gibt.

Warum soll ich Magnesium in der Schwangerschaft einnehmen?

Zu Beginn deiner Schwangerschaft merkst du es vielleicht noch nicht so sehr, aber tatsächlich wächst dein Baby rasant, und mit ihm die Plazenta. Damit dein Körper alle Umstellungen und zusätzlichen Aufgaben in der Schwangerschaft gut bewältigen kann, braucht er Magnesium. Und zwar mehr als vorher. Denn zusätzlich zu dem ohnehin schon höheren Bedarf scheidet dein Körper auch noch mehr Magnesium über den Urin aus. Mit einer ausgewogenen und vor allem magnesiumreichen Ernährung (zum Beispiel Kürbiskerne, Cashew-Nüsse oder Sojaprodukte) kannst du deinen Bedarf normalerweise decken.

Wenn du aber trotz magnesiumreicher Nahrungsmittel unter Wadenkrämpfen oder Verstopfung leidest, kann dein Gynäkologe dir für die Zeit der Schwangerschaft die zusätzliche Einnahme von Magnesium verschreiben. Oft lindert das dann die Beschwerden. Der Mineralstoff hilft auch, wenn du zu vorzeitigen Wehen neigst. Denn: Magnesium entspannt die Muskulatur, also auch die Gebärmuttermuskulatur.

Wie viel Magnesium sollte ich einnehmen?

Wie viel Magnesium du zu dir nehmen solltest, hängt von mehreren Faktoren ab: Sportler brauchen mehr davon als Couch-Potatos, gestresste Menschen mehr als entspannte und eben Schwangere mehr als nichtschwangere Frauen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt Frauen ab 25 Jahren, ca. 300 mg Magnesium pro Tag zu sich zu nehmen. Während der Schwangerschaft darfst du gerne mehr, mindestens aber 310 mg täglich zu dir nehmen. Die Dosierung und welches Präparat für dich geeignet ist, besprichst du am besten mit deinem Frauenarzt.

Woran erkenne ich einen Magnesiummangel?

Du bist extrem müde und erschöpft oder hast vielleicht sogar Wadenkrämpfe? Du leidest unter Verstopfung oder unangenehmen Zuckungen der Muskeln? Das können Anzeichen dafür sein, dass dein Körper nicht genügend Magnesium bekommt. Ein kurzzeitiger und leichter Magnesiummangel ist in der Schwangerschaft zunächst nicht weiter besorgniserregend und kann gut über die Ernährung ausgeglichen werden. Stellt dein Frauenarzt jedoch über eine Blutprobe fest, dass dein Magnesiumspiegel zu niedrig ist, wird er dir vielleicht empfehlen, den Mineralstoff nahrungsergänzend zu dir zu nehmen. Denn wird dem Magnesiummangel länger nicht entgegengewirkt, steigt das Risiko für Bluthochdruck, vorzeitige Wehen, Blutungen und eine Frühgeburt.

Welche Nahrungsmittel sind besonders magnesiumreich?

Du möchtest besonders magnesiumreiche Kost zu dir nehmen, um einem Mangel entgegenzuwirken? Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung e.V. sollten Schwangere täglich mindestens 310 mg Magnesium zu sich nehmen. Tatsächlich findet sich der Mineralstoff in ziemlich vielen Lebensmitteln. Und das Beste: Viele davon eignen sich hervorragend als kleiner Snack zwischendurch. Grundsätzlich gilt: Den höchsten Magnesiumgehalt findest du in Lebensmitteln, die natürlichen Ursprungs sind, möglichst nicht chemisch verändert und wenig weiterverarbeitet wurden. Reis zum Beispiel ist zwar natürlichen Ursprungs, wurde aber, bis er fertig auf unseren Tellern liegt, häufig bearbeitet. Meistens ist die besonders nährstoffreiche Schale des Korns entfernt worden. Besser ist es dann, unbehandelten Naturreis zu essen. Auch Lebensmittel, die reich an Kohlenhydraten und Stärke sind, haben oftmals einen hohen Magnesiumgehalt. Dazu gehören zum Beispiel Bananen, Nüsse und Hülsenfrüchte. Aber auch hier gilt: Sie sollten möglichst wenig bearbeitet oder haltbar gemacht worden sein.

Lebensmittel, die du gerne häufiger auf deinen Speiseplan setzen kannst, weil sie besonders viel Magnesium enthalten, sind zum Beispiel:

Kürbiskerne
Sonnenblumenkerne
Weizenkleie
Vollkornbrot
Cashewnüsse
Erdnüsse
Bitterschokolade
Bananen
Himbeeren
Erbsen
Brokkoli
Bohnen

Übrigens: Auch bei Mineralwasser lohnt sich ein Blick auf das Etikett, denn viele Durstlöscher enthalten extra viel Magnesium. Zur Orientierung: Ab einem Gehalt von 50 mg pro Liter darf ein Mineralwasser als magnesiumreich bezeichnet werden.

Hilft Magnesium wirklich bei frühzeitigen Wehen?

Schon zu Beginn ihrer Schwangerschaft haben manche Frauen mit unangenehmen ziehenden Schmerzen in der Leistengegend zu tun. In den allermeisten Fällen liegt das ganz einfach daran, dass die Gebärmutter jetzt ordentlich wächst und sich dabei aus der etwas abgeknickten Lage aufrichtet. Der Uterus wird durch einen ganzen Bandapparat in einer aufrechten Position gehalten. Je größer die Gebärmutter wird, umso mehr werden diese Bänder gedehnt. Und das führt dann eben zu Schmerzen, meistens beidseitig im Unterbauch bzw. in der Leistengegend. Beeinträchtigen die Schmerzen dich sehr und lassen sich auch nicht durch Ruhe und Massagen lindern, verschreibt dir der Arzt eventuell hochdosiertes Magnesium. Der Grund: Der Mineralstoff entspannt die gesamte Muskulatur, also auch die Gebärmutter.

Nicht jede Kontraktion der Gebärmutter bedeutet auch gleich, dass frühzeitig Wehen einsetzen. Etwa ab der 20. Schwangerschaftswoche können auch vermehrt unregelmäßige Übungswehen auftreten. Sie sind kein Grund zur Sorge, sondern ein gutes Zeichen: Die Muskulatur trainiert schon einmal für die Geburt des Babys. Normalerweise sind diese sogenannten Braxton-Hicks-Kontraktionen nicht schmerzhaft. Du bemerkst sie aber vielleicht an einem harten Bauch.

Treten Kontraktionen der Gebärmutter allerdings vor der 37. Schwangerschaftswoche über einen längeren Zeitraum in kurzen Abständen auf, könnte es sich um vorzeitige Wehen handeln. In diesem Falle solltest du bitte auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Je nach Diagnose und Entwicklungsstand deines Babys wirst du eventuell in eine Klinik eingewiesen. Um zu entscheiden, ob Magnesiumsulfat dann das Behandlungsmittel der Wahl ist, wird der Arzt individuell für dich und dein Kind eine Nutzen-Risiko-Einschätzung durchführen.

Kann die Einnahme von Magnesium einer Präeklampsie und einer Eklampsie vorbeugen?

Bei jedem Frauenarzttermin während deiner Schwangerschaft wird der Gynäkologe deinen Blutdruck prüfen und deinen Urin untersuchen. Der Grund: Ein hoher Blutdruck und Eiweiß im Urin sind Hinweise auf eine Erkrankung, die nur in der Schwangerschaft auftritt: die Präeklampsie, auch Schwangerschaftsvergiftung genannt. Wird sie nicht behandelt, kann das die Gesundheit von Mutter und Baby gefährden. Verschlechtern sich die Symptome wie Kopfschmerzen, Erbrechen und ein eingeschränktes Sehvermögen und treten sogar Krampfanfälle auf, spricht man von einer Eklampsie, die lebensbedrohlich für Mutter und Kind ist.

Tatsächlich konnten mehrere Studien einen Zusammenhang zwischen Magnesiummangel und Bluthochdruck oder Präeklampsie nachweisen. Deshalb wird dir dein Gynäkologe wahrscheinlich zu der Einnahme von Magnesium raten, solltest du zu den Risikopatienten dafür gehören. Schwangere, bei denen bereits eine Präeklampsie diagnostiziert wurde, werden im Krankenhaus stationär aufgenommen und mit hochdosiertem Magnesiumsulfat behandelt. So verringert sich das Risiko, im weiteren Schwangerschaftsverlauf an einer Eklampsie zu erkranken.

Was muss ich bei der Einnahme beachten?

Dein Arzt hat dir neben Magnesium auch noch andere Mineralstoffpräparate wie zum Beispiel Eisen oder Calcium verschrieben? Dann ist es wichtig, dass du zwischen der Einnahme der Präparate mindestens zwei Stunden wartest, denn sonst kann dein Körper die Wirkstoffe nicht aufnehmen. Auch wenn du zusätzlich Schilddrüsenhormone bekommst, ist es besser, die Tabletten mit einem größeren Zeitabstand einzunehmen, damit es nicht zu Wechselwirkungen kommt. Am besten, du nimmst das eine Medikament morgens, das andere abends.

Abgesehen davon bleibt es dir aber selbst überlassen, ob du das Magnesium lieber morgens oder lieber abends einnimmst. Lediglich wenn du unter nächtlichen Wadenkrämpfen leidest, ist die Einnahme vor dem Schlafengehen zu empfehlen. Denn: In den frühen Morgenstunden sinkt der Magnesiumspiegel. Und so kannst du dann den unangenehmen Krämpfen entgegenwirken.

Gut zu wissen: Keine Panik. Eine einmalige Überdosierung von Magnesium ist für Schwangere nicht tragisch. Dem Kind schadet es nicht. Im schlimmsten Fall bekommst du Durchfall.

Welche Nebenwirkungen kann es geben?

Auch bei der täglichen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann es zu Nebenwirkungen kommen. Im Falle von Magnesium ist das tatsächlich aber sehr selten. Eine hohe Dosierung kann gelegentlich weichen Stuhl bis hin zu Durchfall verursachen.

Wann sollte ich Magnesium lieber nicht einnehmen?

Grundsätzlich gilt: Sprich vor der Einnahme von Magnesium auf jeden Fall bitte mit deinem behandelnden Gynäkologen. Denn: Frauen, die eine Funktionsstörung der Niere haben, sollten den Mineralstoff lieber nicht zusätzlich einnehmen. Da Magnesium eine wehenhemmende Wirkung haben kann, ist es außerdem besser, ab der 36. Schwangerschaftswoche auf zusätzliches Magnesium zu verzichten.