13 Dinge, die ich vor meiner ersten Schwangerschaft nie gedacht hätte

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In der Theorie kenne ich mich schon ganz gut aus – jetzt teste ich das Ganze in der Praxis: Ich bin zum ersten Mal schwanger. Und hätte nie gedacht, dass eine Schwangerschaft mich noch mit so vielen Dingen überraschen kann.

1. Durchschlafen ist schon ab der 20. SSW ein Ding der Unmöglichkeit.

Ich kann nicht mehr richtig schlafen – und das schon eine ganze Weile. Ungefähr ab der 20. SSW bekam ich nachts regelmäßig heftige Schmerzen in den Oberschenkeln. Immer tut das Bein weh, welches in Seitenlage gerade oben liegt. Das heißt: alle zwei Stunden aufwachen und umdrehen. Eine Physiotherapeutin erklärte mir, dass der Übeltäter in meinen Oberschenkeln Tractus Iliotibialis heißt, eine breite Sehne, die von der Hüfte bis zum Knie verläuft. Die steht wohl aufgrund der körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft schnell mal unter Spannung und kann diese unangenehmen Schmerzen verursachen. Ein Kissen zwischen den Beinen kann helfen, bei mir führt es leider nur zu anderen Wehwehchen (hallo Ischias!). Das Einzige, was zuverlässig hilft, ist wohl abwarten. Nach der Geburt sollten die nächtlichen Beschwerden der Vergangenheit angehören. Vielleicht schon mal ein gutes Training für die schlaflosen Nächte mit Baby?

2. Eine Hebamme oder einen Geburtsvorbereitungskurs in der Großstadt (München) finden? Haha, viel Glück!

Ich weiß natürlich vom Hebammenmangel. Aber dass man in einer deutschen Großstadt schon in der 11. SSW nur noch nach tagelanger Suche mit zig E-Mails und Telefonaten eine Hebamme für die Wochenbettbetreuung findet, hat mich dann doch ziemlich erschrocken. Gern hätte ich mehrere Hebammen kennengelernt und mir eine ausgesucht, mit der die Chemie einfach stimmt. Doch am Ende war ich froh, dass ich mir überhaupt noch eine Hebamme „sichern“ konnte. Gleiches Problem begegnete mir beim Geburtsvorbereitungskurs, wobei mir erfahrene Münchner Mamas wohl schon eher hätten sagen können, dass ich mit der Anmeldung in der 18. SSW schon ganz schön spät dran war…

3. Die Namenssuche hatte ich mir einfacher vorgestellt.

Schon seit Jahren hatte ich Namen in meinem Hinterkopf abgespeichert, die ich einmal meinen zukünftigen Kindern geben wollte. Doch als es dann ernst wurde, passten die Namen plötzlich gar nicht mehr zu der Vorstellung des kleinen Wesens, das in einigen Monaten in unserem Babybettchen liegen sollte. Also musste ein neuer Name her. Das Problem: Die schönsten Namen sind einfach immer schon besetzt. Entweder durch Kinder von Freunden oder Bekannten, Freunden oder Bekannten selbst oder irgendwelchen Promis, mit denen man nicht in Verbindung gebracht werden möchte („Ach, wie der/die xy?“). Oder die Namen sind zwar schön, aber eigentlich auch zu exotisch, um wirklich in Frage zu kommen. Oder sie stehen auf der Beliebtheitsliste für unseren Geschmack zu weit oben. Oder…

4. Schon ab Mitte der Schwangerschaft beginnt man, sich umständlich zu bewegen.

Ich dachte, das kommt viiiel später. Doch tatsächlich begann ich schon ab Mitte der Schwangerschaft mich „typisch schwanger“ zu bewegen. Ich hatte einfach das Gefühl, plötzlich keine Bauchmuskeln mehr zu haben. Das Umdrehen im Bett, das Aufsetzen aus dem Liegen, das Aufstehen vom Sofa, das Aussteigen aus dem Auto – alles wurde nach und nach irgendwie umständlicher. Und relativ bald war dann auch schon der wachsende Bauch im Weg. Mein Mann konnte sich das Kichern nur selten verkneifen, wenn ich mich ächzend von der Couch hochhievte oder ich mich in Zeitlupe mit weit gespreizten Beinen bückte, um irgendetwas vom Boden aufzuheben.

5. Ich hatte auf Heißhunger und verrückte Schwangerschaftsgelüste gewartet. Beides kam nie.

Dabei sind diese beiden Dinge doch die Schwangerschaftsklischees schlechthin, oder? Mich überkamen jedenfalls keine Essattacken und keine seltsamen Gelüste. Eigentlich ganz angenehm, so hatte ich auch keine Probleme damit, mich weitgehend gesund zu ernähren. A propos…

6. Habe ich heute schon genug Obst und Gemüse gegessen?

Bis auf die obligatorische Banane zum Frühstück oder einen Apfel am Nachmittag habe ich vor der Schwangerschaft ehrlich gesagt nicht wirklich darauf geachtet, ob ich am Tag genug Vitamine zu mir nehme. Seit ich schwanger bin, habe ich ganz automatisch geradezu einen inneren Drang, die empfohlene Dosis Obst und Gemüse zu essen. Ich werde regelrecht nervös, wenn ich am Abend noch nicht meine fünf Portionen Vitamin-Bomben zu mir genommen habe. Schließlich möchte ich, dass mein Baby mit allem versorgt ist, was es zum Wachsen und Gedeihen braucht.

7. Ich wollte nie googeln… doch ich googele alles.

Einer der häufigsten Ratschläge, die man als Schwangere hört: Frag ja nicht Google. Macht ja auch Sinn. Auch als nicht-schwangerer Mensch sollte man das Googeln lieber lassen und direkt zum Arzt gehen, wenn einem etwas spanisch vorkommt. Aber ich kann es einfach nicht lassen. Ich googele alles: jedes Zwicken, jede körperliche Veränderung, jede Frage, die mir spontan durch den Kopf schießt. Wenigstens selten aus echter Sorge, dass irgendetwas nicht stimmen könnte. Oft interessiert es mich einfach, ob andere Schwangere dieses und jenes auch kennen. Und so hangele ich mich von Forum zu Forum und bin immer wieder erstaunt, wenn vollkommen fremde Frauen die gleichen Problemchen und Fragen haben.

8. Übungswehen – ab der 22. Woche?!

What? Schon in diesem frühen Stadium der Schwangerschaft können die ersten Übungswehen auftreten? Ja, das können sie. Im ersten Moment ein bisschen verunsichernd, aber der Arzt (und meine Google-Recherchen) haben mich beruhigt: Alles ganz normal.

9. Die Erstausstattung überfordert mich.

Praktischerweise gibt es jede Menge Checklisten für die Erstausstattung, anhand derer man sich orientieren kann. Trotzdem erschlägt mich als zukünftige Neu-Mama das schiere Angebot an Kleidung und Babyausstattung, sodass ich oft genug den Babyladen verlassen habe, ohne etwas zu kaufen – einfach, weil ich so gar nicht einschätzen konnte, ob / wie viel / in welcher Größe man die Dinge wirklich braucht. Doch nach und nach füllt sich meine Kleiderkommode für den kleinen Schatz – übrigens vor allem mit gebrauchten Teilen, die ich auf Flohmärkten und in Second Hand Shops erstehe. Dabei lässt sich echt jede Menge Geld sparen.

10. Umstandsmode shoppen macht keinen Spaß, zumindest mir nicht.

Was hatte ich mich am Anfang der Schwangerschaft auf gemütliche Bundhosen gefreut, die ja wohl oberbequem sein müssen. Nein, sind sie nicht. Entweder das Bauchband ist/wird schnell zu eng oder die Hosenundefined rutschen. Und das Anziehen, das heißt das „Reinschlüpfen“ war irgendwie auch gewöhnungsbedürftig. Zudem tue ich mich schwer damit, für meinen Geschmack schöne und günstige Umstandsmode zu finden, schließlich will ich für die paar Monate, die ich sie tragen werde, kein Vermögen ausgeben. Und im Gespräch mit anderen Mamas hört man immer wieder die erstaunte Aussage „Aber so viel braucht man doch nicht. Ich hatte ja nur zwei Umstandshosen und drei Oberteile, den Rest der Schwangerschaft bin ich mit meinen normalen Sachen ganz gut klar gekommen.“ Ladys, wie macht ihr das? Ich brauche ALLES neu, weil ich einfach nicht mehr (lange) in die normalen Sachen reinpasse: Hosen, Leggings, Strumpfhosen, Oberteile, Kleider, Jacken, Sportklamotten, Unterwäsche… selbst neue Socken musste ich mir kaufen – mit bequemen Bündchen, damit sie nicht einschnüren, wenn die Beine abends etwas dicker werden…

11. Die Wochen und Monate rasen nur so dahin!

Neun Monate, 40 Wochen – das klingt verdammt lang. Falsch gedacht. Die Schwangerschaftswochen rasen nur so dahin! Nach dem etwas anstrengenden ersten Trimester, folgte auf jeden Montag irgendwie ruckzuck schon wieder Freitag. Der Bauch scheint plötzlich täglich zu wachsen, gefühlt ständig sitze ich beim Arzt für die Vorsorgeuntersuchungen, die Kollegen machen schon traurige Gesichter wegen meines nahenden Mutterschutzes mit anschließender Elternzeit. Und ich? Ich vergesse manchmal, dass ich schwanger bin und erschrecke mich, wenn ich nach einem ausgiebigen Mittagessen auf den Bauch schaue und der so groß und rund ist. Und noch immer liegt der positive Schwangerschaftstest in meiner „Räum ich später auf“-Schublade ganz oben auf… Dabei ändert sich mein Leben schon in wenigen Wochen komplett! Verrückt!

12. Oh ein Spiegel? Nur mal kurz gucken.

Ich könnte mich ständig im Spiegel anschauen. Ich schwöre, das hat nichts mit angeborenem Narzissmus zu tun! Doch den eigenen Körper so in Veränderung zu erleben, finde ich einfach unheimlich faszinierend. Es ist so seltsam, sich selbst mit Babybauch zu sehen… und gleichzeitig so schön! Deshalb werfe ich ganz unbewusst einen Blick in jede spiegelnde Oberfläche, an der ich vorbeilaufe. Krass, ich bin ja wirklich schwanger!

13. Ich fasse mir ständig an den Bauch.

War man noch nie schwanger, hält man das schnell für eine seltsame Marotte von werdenden Müttern, um die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf ihren Bauch zu lenken. Doch mittlerweile bin ich selbst eine dieser Schwangeren, die immerzu die Hand auf dem Bauch hat. Oft ganz unbewusst, oft bewusst (das Baby tritt, da muss man doch zurückgrüßen!) und oft, weil es sich einfach so herrlich bequem sitzt, wenn die unbeschäftigten Hände auf dem Bauch abgelegt werden können…

… to be continued.