Angst vor den eigenen Kindern: Aus diesen Gründen greifen Eltern nicht mehr richtig durch

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Nachdem mehr und mehr Erwachsene bestätigt hatten, dass sie ihren Kindern alles durchgehen lassen und manchmal sogar Angst vor ihnen haben, warnen Erziehungsexpertin vor Spätfolgen.

Im Supermarkt liegt ein kleines Mädchen einmal wieder schreiend auf dem Boden. Sie möchte unbedingt ein weiteres Überraschungsei haben, die Aufmerksamkeit gehört ihr und der dabeistehenden Mutter. Diese versucht auf ihr Kind einzureden und sie sanft zu beruhigen, doch vergebens. Sie schreit lauter und lauter, ihr Kopf läuft rot an und sie windet sich auf dem Boden. Ihre Mutter ist machtlos, gibt am Ende nach und erfüllt ihr ihren Wunsch.

Doch warum verstehen Kleinkinder heutzutage kein “Nein!” mehr? Warum greifen Eltern nicht mehr richtig durch und lassen ihrem Nachwuchs fast alles durchgehen?

Hilfe, ich habe Angst vor meinen Kindern

Experten beschäftigen sich bereits seit Jahrzehnten mit der Kindererziehung und kamen zu dem Entschluss, dass mehr und mehr Elternteile schlichtweg Angst vor ihren Kindern und den Reaktionen haben. In jungen Jahren wird immer schnell nachgegeben, man verbietet seinem Nachwuchs fast nichts mehr und drückt immer und überall ein Auge zu. Anstatt sich demnach richtig um sein Kind zu kümmern, wird es vor den Fernseher oder ans Laptop gesetzt und soll sich damit selbst beschäftigen. Und auch das Argument: “So sind Kinder eben”, welches nach einem schlechten Benehmen bereitwillig hingenommen wird, taucht immer häufiger auf. Richtig ist jedoch, dass Eltern mit exakt diesem Verhalten die Verantwortung, die Kleinen richtig zu erziehen, ablegen und ihre Fehler erst selber begreifen, wenn die Kids älter sind und sich Verhaltensweisen eingeprägt haben.

“Kinder kopieren in den ersten Jahren meist die Eltern und ahmen diese rund um die Uhr nach. Sollte ihr Verhalten bis ins Schulalter hin geduldet und plötzlich nicht mehr akzeptiert werden, bricht für sie eine Welt zusammen, es kommt zum Tobsuchtsanfall. Diesen können die eigenen Eltern anschließend nicht verarbeiten und wissen schließlich nicht mehr, was sie tun sollen”, erklärte Emma Jenner, Erziehungsexpertin der US-Version von “Die Supernanny”.

Daher rät die Amerikanerin, dass man Kinder schon in jungen Jahren Regeln und Pflichten beibringt und sie bei Fehlern auch mal bestrafen sollte.

“Man muss seinem Nachwuchs auch beibringen, dass sie mal warten und sich gedulden müssen. Sollten die Kleinen dann doch mal quengeln, müssen sie lernen, damit umzugehen. Sie müssen lernen, Schwierigkeiten selbst zu bewältigen und die Tatsache zu akzeptieren, dass ihre Wünsche nicht immer direkt erfüllt werden.”

Wie man exakt diese Ratschläge umsetzen soll, will Jenner nicht weiter ausführen, sondern erklärte abschließend, dass jede Familie und jedes Kind anders ist und man seine eigenen Strategien entwickeln muss. Strategien fernab von Gewalt und Schreierei, stattdessen soll man sich Ablenkmanöver überlegen und die Aufmerksamkeit auf etwas anderes lenken.