Heimunterricht ist in Deutschland illegal

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Heimunterricht für schulpflichtige Kinder ist in Deutschland nicht erlaubt. Nur bei einer längeren Krankheit dürfen Kinder von zu Hause aus lernen. «Eine generelle Befreiung von der Schulpflicht aus religiösen oder pädagogischen Gründen ist grundsätzlich nicht zulässig», heißt es im Handbuch für Schulrecht. Auch das Grundgesetz stellt in Artikel 7 klar: «Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates.»

Dennoch gehen Experten von bundesweit Hunderten Kindern aus, die von ihren Eltern nicht zur Schule geschickt werden. Dies geschieht häufig aus religiösen Gründen. Oft sind Müttern und Vätern die an öffentlichen Schulen gelehrte Evolutionstheorie und der Sexualkunde-Unterricht ein Dorn im Auge. Der Verein «Schulunterricht zu Hause» ist der Ansicht, dass Eltern ihren Kindern «eine ihren körperlichen, seelischen und geistigen Fähigkeiten entsprechende Bildung» ermöglichen könnten.

Immer wieder haben deutsche Gerichte Heimunterricht verboten. Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied 2007: «Eltern sind auch dann nicht berechtigt, ihre Kinder der Schulpflicht zu entziehen, wenn einzelne Lehrinhalte oder -methoden der Schule ihren Glaubensüberzeugungen entgegenstehen.» Hintergrund war ein Fall, in dem christliche Eltern Kinder daheim unterrichten wollten. Gegen sie war schon zuvor ein Bußgeld verhängt worden. Schließlich brachten die Eltern ihre Kinder in ein Dorf in Österreich, wo die Mutter sie unterrichtete. Der BGH sprach von einem «Missbrauch der elterlichen Sorge».