Antigewaltprogramm für Kinder

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Neben dem Schreiben, Lesen und Rechnen ist die Sozialkompetenz in der Schule und Kita immer wichtiger geworden. Weil immer mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ist ein Antigewaltprogramm in der Kita und Grundschule für Erzieher und Lehrkräfte von zentraler Bedeutung, denn Kinder können am schnellsten im Kindergarten und Grundschule lernen, mit „Gewalt“ richtig umzugehen.

Die Politik fordert mehr Präventionskurse in der Grundschule und Kita, um die Gewalt einzudämmen und Übergriffe zu verhindern. Die soziale Initiative Sicher-Stark kommt dieser Forderung schon seit Langem nach und führt seit vielen Jahren Anti-Gewalt-Kurse, Workshops und Vorträge durch. _Durch Aufklärung und Schulung gegen Missbrauch und Gewalt, lassen sich Spätfolgen in den Sekundarstufen verhindern.

Ein gewaltfreies Miteinander sollte an jeder Grundschule in Deutschland ganz weit oben stehen. Aus diesem Grund haben viele Schulkonferenzen im Schuljahr 2015/2016 beschlossen, das bisherige Anti-Gewalt-Programm von Sicher-Stark _in umfassender Weise auf alle Jahrgangsstufen auszuweiten.

Dieses Präventionskonzept soll nun alle Jahrgänge einbeziehen und Jahr für Jahr aneinander anknüpfen und aufeinander aufbauen. Sofern Mittel und Kapazitäten vorhanden sind, soll das Anti-Gewalt- und Konflikttraining weiter ausgebaut und an den 15800 Grundschulen und Kitas in Deutschland umgesetzt werden.
Über 500.000 Kinder konnten so bereits geschult werden.

Prävention besser als Therapie

Leider sind die vielen Grundschulen und Kindergärten auf Spenden und Sponsoring bezüglich der Projektverwirklichung angewiesen, denn immer mehr Flüchtlinge haben nicht die finanziellen Mittel, um die Maßnahme zu bezahlen.
Mit dem Anti-Gewalt-Training von Sicher-Stark soll:
• die Sensibilisierung der Selbst- und Fremdwahrnehmung gefördert werden
• Förderung emotionaler und soziale-emotionaler Fertigkeiten
• Förderung des Problemlöse- und Konfliktmanagements
• Verbesserung der Selbstkontrolle und Selbststeuerung
• Verbesserung der sozialen Wahrnehmung
• Aufbau prosozialen Verhaltens

Das Anti-Gewalt-Training in der Praxis

Durch die Puppen „Felix“ und „Lara, die den Kindern bereits aus Fernsehsendungen bekannt sein müssten, sollen die sozialen und emotionalen Fertigkeiten gestärkt und vermittelt werden.

In der Jahrgangsstufe führt die Schule in Absprache mit dem Sicher-Stark-Team ein Programm zur Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen durch. Das Training umfasst etwa 21 Trainingsstunden à 60 Minuten, welches in den Stundenplan der Erstklässler / Zweitklässler integriert ist.

Der Aufbau der Trainingsstunden ist abwechslungsreich strukturiert und wird nur von Diplom-Pädagogen, Psychologen, Kindertherapeuten und Polizeibeamte in den Kitas und Grundschulen umgesetzt.

Die Trainingseinheiten sind immer anderen Themen gewidmet, sodass keine Langeweile aufkommen kann und die Kinder mit Elan und Begeisterung gut den Stoff aufnehmen und verarbeiten können.

Durch die Handpuppen wird eine hohe Motivation gefördert und auch schüchterene und ängstliche Kinder, trauen sich, Übungen umzusetzen.

Soziales Lernen wird gefördert

Mit diesem umfangreichen Anti-Gewalttraining, vom Sicher-Stark-Team kann ein Projekttag oder eine komplette Projektwoche ausgefüllt werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen auf dem Weg zu einer intakten Klassengemeinschaft begleitet werden, indem Sozialkompetenz und Konfliktlösungsstrategien im Schulalltag thematisiert und trainiert werden.

Gewaltprävention in der Grundschule

Gewalt an und unter Kindern ist leider kein Einzelfall und wird teilweise sogar als erhebliches Problem wahrgenommen. Eltern und Lehrer stehen großen Herausforderungen gegenüber, Kinder auf dem Weg in die Selbstständigkeit angemessen zu begleiten. Auf der Basis eines erprobten Präventionskonzeptes stellen sich die Sicher-Stark-Experten auf die Anforderungen und Bedürfnisse der Kinder ein und arbeiten mit ihnen praxisnah und lösungsorientiert.

Viele Kinder hatten bereits im Bundesland Hessen, die Möglichkeit, an dem Anti-Gewalttraining teilzunehmen. _“Ich bin sicher und stark!“, so der Titel und sich im Rahmen der angebotenen Veranstaltung aktiv mit der Thematik auseinander zu setzen. Im Rahmen von insgesamt fünf Projekttagen _sollen die Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zu starken und selbstständigen Persönlichkeiten durch ihr schulisches und soziales Umfeld begleitet werden.

Der Aufbau der Anti-Gewalt-Kurse ist so gestaltet, dass zu jeder theoretischen Einheit immer ein Spiel gehört, welches die anstehende Lernaufgabe für die Kinder spielerische eröffnet. Anschließend wird mit gezielten Übungen und Rollenspielen das Gelernte vertieft, um es besser begreifbar zu machen. Hier gilt es, das Unterbewusstsein anzusprechen und zu aktivieren. Die erfahrenen Gewaltpräventionsexperten haben hierzu verschiedene Traumreisen entwickelt.

Gewaltprävention in der Kita

Auch die Eltern haben eine wichtige Rolle in diesem Anti-Gewalt-Präventionskonzept, denn es gibt nach jedem Projekttag „kleine Übungen für die Eltern“. Verbunden damit, gibt es eine umfassende Broschüre für die Eltern, damit sich das Gelernte vertiefen kann. _Die Eltern und Lehrkräfte werden über die Inhalte des Anti-Gewalt-Präventionsprojektes kontinuierlich informiert. Kinder müssen es erleben, erspüren wie es sich anfühlt, um sich mit einem Erwachsenen austauschen zu können. Auch der regelmäßige Erfahrungsaustausch mit Grundschule und Kindergarten ist wichtig. Die Ansprüche der Schülerinnen und Schüler haben sich im Laufe der Jahre verändert. Das Hervorbringen der eigenen Persönlichkeit und Leistungsfähigkeit ist ebenso gefragt, wie Sozialkompetenz und Teamfähigkeit, wie später im Beruf. Deshalb werden viele Übungen mit Schwerpunkt der Selbsterfahrung gemacht und dienen der Stärkung und Unterstützung der eigenen Persönlichkeit. Die Kinder lernen ihre eigenen Grenzen kennen und Stärken, wovon sie vorher noch nichts wussten.

So wird ein hohes Maß an Teamgeist und Kommunikation entwickelt und jeder einzelne Schüler und Schülerinn wird gefordert.